Entscheidung
Die Richtung unseres Denkens
Menschen sind vorwiegend gedankenorientiert. Wir sind die Autoren, die mit unseren Gedanken unser Leben schreiben und unsere Zukunft bestimmen. Die Qualität unserer Gedanken entscheidet über die Qualität unseres Lebens. Niedere Gedanken sind wie giftige Insekten, die uns selbst und unserer Umgebung Schaden zufügen. Böse Gedanken ziehen uns herab und ertränken uns schliesslich, während Gedanken guten Willens uns erheben.
Die Fähigkeit zu denken ist eine Möglichkeit für uns, um Dinge auf der Erde zu manifestieren. Durch unsere in die äussere Welt gerichteten Gedanken sind wir ständig in Bewegung. Wir werden von diesen Gedanken angetrieben und durch das objektive Leben gebunden. Beruf, Familie, Persönlichkeitsleben, gesellschaftliche Aktivitäten entscheiden darüber, was und wie wir etwas zu tun haben. Es gibt so viele Hindernisse, die durch das objektive Leben geschaffen werden und uns von unseren spirituellen Übungen und unseren Tätigkeiten guten Willens abhalten können.
Es ist unsere individuelle Entscheidung, ob wir uns vom objektiven Denken dem subjektiven Denken zuwenden wollen. Wenn wir weiterhin bestrebt sind, in der äusseren Welt wichtiger und mächtiger zu werden, mehr soziale Kontakte zu unterhalten und bei allen möglichen gesellschaftlichen Festlichkeiten dabei zu sein, lockt uns die objektive Aktivität mehr an. Viele fühlen sich ruhelos, wenn sie am Wochenende nicht herauskommen. Es ist das Denkvermögen, das uns antreibt hinauszugehen. Es ist auch das Denken, das uns ins Innere gehen lässt. Es geht nicht darum, etwas oder jemanden zu verlassen, sondern einen Rhythmus zu entwickeln, auf den wir uns konzentrieren, und die richtige Haltung und Handlung. Dies ist kein schwieriges Programm, aber es muss regelmässig ausgeführt werden. Wenn wir es nicht beständig praktizieren, können wir uns in unserem eigenen Wesen nicht wirklich fixieren.
In unserer Persönlichkeit gibt es einen Teil, der nach Objektivität sucht, und wenn wir den Weg des Lichts gewählt haben, gibt es einen Teil, der nach Subjektivität sucht. Dieser Teil entscheidet sich dafür, ins Innere zu gehen, aber wie ist für uns das Verhältnis zwischen den beiden Anteilen? Solange die Persönlichkeit mehr nach aussen orientiert ist, können wir vergessen, auf dem Pfad des Lichts aufsteigen und die Wahrheit erreichen zu wollen. Wenn die objektive Aktivität uns anlockt, können wir nicht zu Hause sitzen. Zu Hause bzw. im Inneren zu sein, bedeutet, entweder im Herzzentrum oder im Brauenzentrum zu verweilen. Wenn es hilfreich ist, können wir uns mit einem Mantra verbinden. Wir müssen es nicht aussprechen, sondern können uns mental damit verbinden. Wir können uns auch auf ein Symbol oder auf eine bestimmte Farbe wie Blau oder Weiss beziehen, aber alles, was wir tun, muss dauerhaft praktiziert werden.
Eine entwickelte Seele lehnt die äusseren Erlebnisse nicht ab. Sie nutzt ihr Unterscheidungsvermögen, um zu entscheiden, wohin sie gehen und was sie in der objektiven Welt tun will. Ob wir nach innen gehen und so leben wollen, dass dies möglich wird, ist unsere Entscheidung.
Zweifel ist ein Zustand der Unentschiedenheit. Zweifler schwanken zwischen zwei Polen hin und her. Welche Information man ihnen auch gibt – in dem Moment, in dem sie die Information erhalten, entsteht daraus ein Zweifel. Wenn sich die Zweifel verfestigen, setzt sich der Unglaube durch. Hat man sich einmal im Unglauben eingerichtet, ist es eine gewaltige Aufgabe, sich daraus zu befreien. Unglaube unterscheidet sich von Zweifel. Die Zweifler sammeln Informationen, die dem Glauben widersprechen, und einigen sich letztlich auf einen Kompromiss. Unglaube ist entschlossen und wie ein Sumpf: Wer einmal hineingerät, kommt nicht mehr heraus. Es fällt ihnen schwer, zu glauben. Die Betroffenen suchen auch keine Hilfe, da sie an der Hilfe zweifeln. Selbst Lehrer können ihnen nicht helfen; sie verharren im Unglauben. Nur Mutter Natur mag durch einen Schock helfen und die notwendige Umkehrung bewirken.
Rechtes Entscheiden und um Rat bitten
Die erste Voraussetzung für einen wahren Aspiranten ist, ernsthaft und aufrichtig gegenüber uns selbst zu sein. Wir können uns selbst gegenüber nicht unaufrichtig sein. Wenn wir danach streben, als Seele zu wirken, sollte diese Entscheidung ernsthaft sein und wir sollten in einer sehr entschiedenen Art und Weise vorwärts gehen, ungeachtet dessen, wie die Reaktion unserer Persönlichkeit aussieht.
Wenn wir die Entscheidung getroffen haben, so leben zu wollen, dass es keine Unterbrechung in unseren Übungen gibt, dann lassen wir anderes liegen. Wir geben diesem Einen in unserem Leben den Vorzug vor allem anderen. Wenn wir den Übungen die Priorität gegeben haben, kommt alles andere in Ordnung und in Übereinstimmung damit. Und mit der Verbindung mit dem Inneren beginnt eine neue Geschichte mit uns.
Es ist nicht so leicht, eine Entscheidung zu treffen und ihr dann auch zu folgen. Handlungen unserer Vergangenheit, die wir häufig wiederholt haben, haben sich als Neigungen in uns niedergelassen. Schon bevor wir eine neue Gewohnheit schaffen können, treten die alten Gewohnheiten und Neigungen hervor und beherrschen unsere guten Absichten. Unser Wille ist meist zu schwach, um unseren Neigungen zu begegnen. Wir benötigen einen stärkeren Willen. Wir können den göttlichen Willen anrufen, damit er mit unserem Willen zusammengeht, dass wir unseren Willen auf den göttlichen Willen einstimmen. Hier ist ein ernsthaftes, aufrichtiges Gebet unsere Hilfe. Wir beten, um Hilfe zu empfangen. Das Gebet und auch die Meditation dienen dem Empfangen, sodass wir stark werden, um unseren Neigungen entgegentreten zu können.
Wenn wir ein echtes, grosses Verlangen verspüren, können wir es dem Meister übergeben. Er wird sich dessen annehmen, indem er diesen Gedanken entweder vollkommen auflöst, wenn es für uns nicht gut ist, oder indem er ihn auf irgendeine Weise erfüllt, wenn der Gedanke für uns gut ist. Bei all jenen, die ernsthaft beten, wird der Meister sicherstellen, dass nur das, was notwendig und gut für uns ist, zu uns kommt.
Ein Jünger wollte einmal Meister CVV eine für ihn dringende Frage zu einer neuen Arbeit stellen und wartete auf eine Gelegenheit, die sich aber nicht ergab. Schliesslich entschied er selbst und nahm die Arbeitsstelle an, ohne mit dem Meister gesprochen zu haben. Unmittelbar danach kam der Meister und fragte ihn, wozu er sich entschlossen habe. Der Jünger sagte: „Ich habe auf deine Entscheidung gewartet, aber da du nicht geantwortet hast, habe ich selbst eine Entscheidung getroffen.“ „Genau das wollte ich“, antwortete der Meister. „Ich möchte keine unselbständigen, sondern zuverlässige Jünger. Du sollst wissen, dass ich durch jedes Morgen- und Abendgebet in dich einströme. Folglich ist deine Entscheidung die Entscheidung, die Ich, das ICH BIN in allen, getroffen habe. Aus dem Inneren arbeite Ich in jedem von euch. Ich lebe in euch und nicht ausserhalb von euch.“
Die Aufforderung: „Entscheide selbst“ bedeutet, das Selbst muss entscheiden. Wir sollten nicht fälschlicherweise glauben, dass wir unser Denken sind. Das ganze Leben ist das Programm des Selbst. Das Denken, die Sinne und der Körper bilden die Organisation, die entsprechend dem Programm arbeiten muss. Ohne die Organisation kann das Programm nicht in die Tat umgesetzt werden und ohne Umsetzung gibt es keine Erfüllung.
Vertrauen und göttlicher Wille
Meister CVV erklärte, dass er entscheidet, wenn wir uns ihm angeboten haben. Wenn wir „Meister CVV, Namaskaram“ sagen und uns anschliessend öffnen, um zu empfangen, gibt er manchmal Anweisungen oder Vorschläge und Empfehlungen, manchmal erhebt er uns. Wenn wir den Meister für uns wählen lassen und er die Wahl trifft, wird er entscheiden, was gut für uns ist. Wichtig ist, in jeder Weise offen zu sein, bis wir eine Entscheidung treffen. Manchmal kommt der beste Rat aus einer Ecke, von der es am wenigsten erwartet wurde. Er kann von einem kleinen Kind kommen. Wenn wir uns dann entschieden haben, hören wir nicht mehr auf die anderen. Wir nehmen das Leben, wie es kommt, voller Vertrauen in die Natur, das Licht und den Meister. Das Leben entfaltet sich dann in einer Weise, wie wir es uns nie vorgestellt hätten. Wenn wir einmal entscheiden wollen, wird er uns entscheiden lassen. Er gibt uns völlige Freiheit. Wenn wir wollt, dass er entscheidet, wird er entscheiden, aber wenn wir entscheiden wollen, wird er uns entscheiden lassen.
Wenn wir uns ihm voller Vertrauen anbieten und sagen, er möge mit unseren Energien umgehen und sie korrigieren, dann wird er sich darum kümmern. Meister EK hat alles aufgegeben, was er wusste, all seine Vorlieben und Abneigungen, und sich vollständig dem Werk des Meisters hingegeben. Alles, was danach geschah, geschah auf Weisung des Meisters. Er schrieb alles, was durch ihn geschah, dem Meister zu. Meister CVV hat sogar versprochen, sich um unseren Tod zu kümmern. Er entscheidet, wann diejenigen, die ihm folgen, den Körper verlassen.
Die Vollendeten entscheiden sich dafür, in einer günstigen Zeit ihren Körper zu verlassen. Sie wählen eine Zeit und einen Ort, die zu der Arbeit passen, die sie in der nächsten Inkarnation ausführen werden.
Bei jenen, die ihren Höhepunkt erreicht haben und doch auf die Erde zurückkommen, um zu helfen, wird die Entscheidung nicht von den Individuen getroffen, sondern durch den göttlichen Willen, weil es in diesen Stadien der Existenz so etwas wie eine Wahl oder eine individuelle Entscheidung nicht gibt. Für alle Aspiranten, die die Menschheit repräsentieren, ist es wichtig, Gutes zu tun und sich auf den Willen Gottes auszurichten. Dadurch verbinden wir uns mit Shambala. Der unbezwingbare Wille Gottes deckt sich mit dem menschlichen Willen, wenn der Mensch auf Erden sich auf Shambala ausrichtet.
Verwendete Quellen: K.P. Kumar: Die Lehren von Sanat Kumara. Div. Seminarnotizen. Edition Kulapati, Deutschland (https://www.wtt-de.org/edition-kulapati).







