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  • Weisheit ist für die Praxis
  • Weisheit ist angewandtes Wissen
  • Weisheit verbreitet sich selbst

Weisheit ist für die Praxis

Weisheit ist für die Praxis, nicht für ständiges Sprechen. Wenn wir immer wieder über die Meister, die Strahlen und die Hierarchien sprechen, verpassen wir nur unsere Pflichten für die Gegenwart.

Weisheit ist angewandtes Wissen

Angewandtes Wissen wird zur Weisheit. Wir erwerben viel Wissen, doch es muss im täglichen Leben angewendet werden, dann verwandelt es sich in Weisheit. Durch Weisheit werden wir die Existenz erfahren.

Weisheit verbreitet sich selbst

Wir brauchen nicht darum besorgt sein, die Weisheit zu verbreiten, ohne mit ihr an uns selbst zu arbeiten. Es ist ein falsches Verständnis, wenn man glaubt, die Weisheit verbreiten zu können. Die Weisheit weiss, wie sie sich selbst verbreiten. Sie braucht keine Kanäle.

Engagement

Mit vollem Interesse

Engagement

Jede Arbeit, die uns die Natur zuweist, dient der Erweiterung unseres Bewusstseins, wenn wir auf das eingehen, was täglich auf uns zukommt. Damit wir die beabsichtigte Erfahrung machen können, ist es wichtig, die Arbeit mit Engagement und Interesse zu verrichten. So findet allmählich eine Transformation statt. Wenn wir nachlässig und ziellos in unserem Handeln sind, geschieht kaum etwas. Wir sammeln Erfahrungen nur während der Arbeit, und unser Engagement bestimmt den Umfang der Erfahrungen, die wir sammeln. Sobald eine Arbeit erledigt ist, gibt es keine Erfahrung mehr. Die Erledigung der Arbeit ist kein Ziel.

Wir konzentrieren uns auf die aktuelle Aufgabe. Wir widmen uns ganz der zu erledigenden Arbeit, haben aber keine Erwartungen an das Ergebnis unserer Arbeit. Unser Interesse gilt der Arbeit selbst und nichts anderem. Sobald die Arbeit nach bestem Vermögen erledigt ist, gehen wir zur nächsten über, ohne über die vorherige Arbeit nachzudenken oder gar über die zukünftige Arbeit. Unser Interesse und Fokus wandert so von einer Arbeit zur nächsten, sobald diese ansteht.

Wenn wir einen Dienst verrichten, tun wir dies mit vollem Interesse, Einsatz und Engagement. Die Qualität unserer Arbeit und unser Engagement sind wichtiger als das, was wir tun. Die Freude am Dienst ist wichtig und die richtige Absicht bei jeder Tätigkeit. In den höheren Kreisen wird nicht bewertet, ob wir erfolgreich sind oder nicht, sondern ob unsere Gedanken, Worte und Taten im Einklang stehen. Wenn dies der Fall ist, werden unsere Worte und Taten magnetisch und wir ziehen das Gute an. Menschen werden interessiert.

Wir sind in der Regel bei bestimmten Aktivitäten, die wir für wichtig halten, aufmerksamer und nicht bei anderen. Das sollte niemals so sein; wir sollten jede Aufgabe auf die gleiche Weise und mit dem gleichen Engagement angehen. Es mag sich um eine einfache Tätigkeit handeln wie Zähneputzen, Baden, Essen. Wir widmen uns hingebungsvoll jeder Arbeit, die wir tun, gleich ob die Arbeit klein oder gross ist, ob andere sie anerkennen oder nicht. Wenn wir nachlässig sind, weil wir denken, eine Arbeit sei unbedeutend, dann zeigt sich dieselbe Nachlässigkeit auch, wenn wir etwas Grosses tun. Fehler in einer grossen Arbeit sind auf Fehler in einer kleinen Arbeit zurückzuführen. Fehler verbreiten sich einfach.

Wer im Einklang mit dem Göttlichen ist, wird niemals eine Handlung vernachlässigen, wie klein sie auch sein mag. Wir erfüllen einfach nach besten Kräften die Pflicht, die zu uns kommt, was immer sie sein möge, und so beziehen wir uns auf den göttlichen Plan.

Wenn wir aufmerksam sind und unsere Pflichten engagiert erfüllen, dann führt uns die Natur zu grösserer Arbeit. Die Natur mag diejenigen, die Verantwortung übernehmen, weil sie weiss, dass verantwortungsbewusste Menschen sich um eine grosse Anzahl von Aufgaben und Menschen kümmern können. Deshalb sollten wir lernen, uns an unsere Pflichten zu halten, egal wie diese aussehen, und durch sie stellen wir eine Verbindung zum Göttlichen her. Das ist der Zweck der Arbeit. Dann werden uns automatisch immer mehr Aufgaben übertragen und wir werden in den göttlichen Plan aufgenommen.

Handlungen mit spirituellem Wert

Wir erfüllen unsere Arbeit mit spiritueller Ausrichtung und in einem spirituellen Gewahrsein. Das ist die ideale Art zu arbeiten. Bei jeder Arbeit kann unsere Haltung spirituell sein. Gebet und Meditation ermöglichen uns, jeder Handlung einen spirituellen Wert zu verleihen. Meister CVV sagte: „Wenn ihr euch eurer Arbeit widmet, komme ich in euch hinein und erleichtere euch die Arbeit, während ihr euch über das Geschehen freut. Die Arbeit, von der ich spreche, ist die Arbeit des guten Willens. Engagiert euch in der Arbeit des guten Willens und wachst in der Gesellschaft, indem ihr Yoga lernt!“

Meister CVV versprach, unser inneres und äusseres Leben in Einklang zu bringen. Er bat nur darum, morgens und abends durch Gebete auf ihn ausgerichtet zu bleiben. Unsere Aufrichtigkeit gegenüber dem Gebet zeigt, dass wir uns diesem Weg verpflichtet fühlen. Wir geben dem Meister innerlich die Verpflichtung, das Gebet regelmässig abends und morgens um 6 Uhr zu machen – oder zweimal täglich zu einem anderen Zeitpunkt im Abstand von 12 Stunden: „Wenn ihr abends um 6 Uhr aufgrund eurer Arbeit nicht den Klang anrufen und im Gebet sitzen könnt, könnt ihr euch dann an mich erinnern und später am Tag das Gebet verrichten.“

Das Gebet verleiht jeder unserer Handlungen einen spirituellen Wert, der in unsere Familie, unseren Beruf und unsere Umgebung eindringt, ohne dass wir darüber reden. Wenn wir uns regelmässig diesem Yoga der Synthese durch das Gebet widmen, vollziehen sich innerhalb einiger Jahre grundlegende Veränderungen in uns. Wir selbst nehmen das vielleicht nicht wahr, aber die Menschen in unserer Umgebung werden bemerken, dass wir uns in Bezug auf unsere Bewegungen, unsere Sprache, unsere Denkfähigkeit und unsere Arbeitsfähigkeit verändert haben. Wenn wir beim Gebet nicht aufrichtig sind, wird auf diesem Weg nichts geschehen.

Wenn wir wirklich eine spirituelle Aspiration haben wollen, muss die Aspiration in jede unserer Aktivitäten eindringen. Geschieht dies nicht, bedeutet dies, dass nicht genügend Feuer für den Wunsch nach Spiritualität vorhanden ist. Spiritualität kann keine Teilzeitarbeit sein. Wir können uns keinen Urlaub für Spiritualität nehmen. Wo immer wir sind, was immer wir tun, wir können Spiritualität in jeden Teil unseres Lebens ausdehnen.

Eigene Verpflichtung

Viele sind von der Idee der Spiritualität begeistert. Sie gehen hierhin und dorthin, sind aber keinem Thema wirklich gewidmet. Sie verpflichten sich nicht auf einen bestimmten Lebensweg und vergeuden so viel Energie. Menschen, die keine Verbindlichkeit haben, sind wie trockene Blätter, die sich im Wind bewegen. Wir können uns einem Weg verpflichten und auch andere Dinge tun, aber wenn wir eine Zeitlang einen Weg ausprobieren und dann einen anderen, können wir das Ziel nicht erreichen. Es gibt so viele Wege im Leben, aber wenn man keinen dieser Wege geht, kann man kein Ziel erreichen.

Der Lehrer arbeitet für den Plan und ist so Teil des Plans. Sein Teil ist sehr umfangreich, und als geeignete Schüler treten wir darin ein. Es steht uns frei, uns darauf einzulassen, aber sobald wir die Entscheidung getroffen haben, sollten wir unserer Verpflichtung treu bleiben. Der Arbeitsplan wird von den Wissenden über Äonen hinweg ausgeführt, und wir treten als Probanden in diese Arbeit ein. Je mehr Priorität wir dieser Verpflichtung einräumen, desto mehr wachsen wir daran. Unser Persönlichkeitsleben tritt in den Hintergrund und die Arbeit in den Vordergrund.

Wir lernen, unser Leben so zu gestalten, dass wir ständig für die Arbeit verfügbar sind. Genauso wie wir keine Ferien zum Atmen hat, gibt es auch keine Ferien zum Arbeiten, es sei denn, die Arbeit gewährt Ferien. Auch wenn wir für den Plan arbeiten, gibt es Zeiten, in denen wir uns erholen können. Wir können nicht sagen: „Ich bin 30 Tage lang nicht für die Arbeit verfügbar.“ Wir synchronisieren die Ferien mit der Arbeit. Das ist die Loyalität, die von der Jüngerschaft verlangt wird. Selbst bei der Arbeit im Zusammenhang mit dem grossen Plan gibt es Ferien. „Von der Arbeit zur Erholung und von der Erholung zur Arbeit“ lautet das Gesetz. Es funktioniert nach dem Gesetz der Abwechslung. Wir antworten unserem eigenen Gewissen, ob wir der Arbeit gegenüber loyal und engagiert genug sind. Es ist die Forderung, die aus unserer eigenen Verpflichtung entsteht. Dies wird nicht vom Lehrer verlangt; der Lehrer verlangt nichts.

Jeder Schüler, der globale Arbeit leistet und sich dieser Arbeit verpflichtet, hat eine faire Chance, sich in einen Lehrer oder Meister zu verwandeln. Es ist wie mit einem Stück Eisen, das sich in der Gegenwart eines Magneten in einen Magneten verwandelt. Es ist diese Verwandlung, der jeder Schüler auf dem Weg zum Tempel der Weisheit begegnen wird. Ohne Hingabe kommt die Weisheit nicht zu uns. Je engagierter, zugewandter und entschlossener wir unsere Pflichten erfüllen, desto mehr nimmt das Licht in uns zu.

Sraddha

Diese Haltung wird auf Sanskrit Sraddha genannt. Wir können Sraddha nicht mit einem Wort auf Deutsch oder Englisch übersetzen. Sraddha zeichnet sich durch tiefes Interesse, Engagement, Aufrichtigkeit und Beharrlichkeit auf dem spirituellen Weg aus. Das Gegenteil von Sraddha ist Indifferenz, Gleichgültigkeit. Die meisten Menschen sind im Allgemeinen indifferent und oberflächig. Sie sind nicht besonders engagiert, konzentriert und hingebungsvoll. Wir leben in einer überaus oberflächlichen Welt, in der wir aus Gründen der sozialen Etikette ständig über viele Dinge reden, die wir nicht wirklich meinen. Wenn wir kein Sraddha haben, vergessen wir Dinge leicht. Vor allem die Weisheitslehre kann sehr leicht vergessen werden. Deshalb wird sie als Geheimnis bezeichnet. Wir vergessen sie immer wieder, gleich wie oft und wie offen sie uns vermittelt wird. Wir werden uns nur dann an diese Lehre erinnern, wenn wir Sraddha haben. Sraddha ist grundlose Begeisterung, grösste Fürsorge gegenüber anderen und Kontinuität in der spirituellen Praxis. Es ist „das heilige Feuer“.

In dieser Dimension hilft uns der sechste Strahl der Hingabe an Gott zur Entwicklung von Sraddha. Auch die Vorbereitungen und die Durchführung von Ritualen helfen uns. Das Göttliche braucht unsere Düfte, Blumen und Lichter nicht, doch diese Dinge dienen dazu, unser Sraddha zu steigern. Geschichten Gottes zu lesen, zu hören oder zu erzählen steigert unser Sraddha und damit auch unsere Gedächtnisleistung.

Wenn wir Handlungen mit viel Sraddha ausführen, sind die Devas mit uns zufrieden und es geschehen erstaunliche Dinge durch uns. Die Devas arbeiten in jeder möglichen Weise mit uns zusammen. Alle Schichten unseres Körpers werden durch ihre aktive Zusammenarbeit belebt. In unseren Handlungen wirkt das Göttliche durch uns. Wir vergessen uns selbst dabei und nur noch das Göttliche bleibt übrig.

Verwendete Quellen: K.P. Kumar: The Golden Stairs; Dhanishta, Visakhapatnam, Indien (www.aquariusbookhouse.com) https://worldteachertrust.org/_media/pdf/en/golden_stairs.pdf.